Sachsens Bildungspolitik ist durch Chancengerechtigkeit, Leistungsorientierung und den Anspruch “Jeder zählt!” gekennzeichnet. Im Anschluss an die Grundschule, gibt es zwei gleichwertige Wege mit zwei verschiedenen Geschwindigkeiten, die zum Abitur führen: Zum einen über das allgemeinbildende Gymnasium in 8 Jahren und zum anderen über die Mittelschule und das Berufliche Gymnasium in 9 Jahren.
Bereits in der vierten Klasse erhalten die Schüler eine Bildungsempfehlung. Mit Begin des neuen Schuljahres 2010/2011 wurden die Rahmenbedingungen für die Erteilung der Bildungsempfehlung für das Gymnasium verändert.
• Damit die Bildungsempfehlung künftig den verschiedenen Begabungen der Schüler noch besser gerecht und die Prognose sicherer wird, wird das Fach Sachunterricht einbezogen. Grund: Die Fächer Geographie, Geschichte, Biologie, Chemie und Physik werden im Sachunterricht vorbereitet.
• Die Bildungsempfehlung Gymnasium wird erteilt, wenn der Durchschnitt der Noten in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht 2,0 oder besser ist. In den genannten Fächern darf der Schüler keine 4 haben.
• Eine 3 kann durch eine 1 innerhalb der Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht ausgeglichen werden.
• Wichtige Voraussetzung für das Erteilen der gymnasialen Bildungsempfehlung ist neben den Noten wie bisher das Lern- und Arbeitsverhalten des Schülers. Die Art und Ausprägung seiner schulischen Leistungen und seiner Entwicklung müssen erkennen lassen, dass er den Anforderungen des Gymnasiums gerecht wird.
• Die Bildungsempfehlung wird, wie bisher auch, nicht nur von einem einzelnen Lehrer erstellt, sondern von der Lehrerkonferenz der Klassenstufe 4.
Unabhängig davon haben die Eltern, deren Kind in der Klassenstufe 4 nicht die Bildungsempfehlung für das Gymnasium erhalten hat, die Möglichkeit, ihr Kind an einer zentral gestellten Eignungsprüfung teilnehmen zu lassen. Wenn das Kind diese Prüfung besteht, kann es ebenfalls auf das Gymnasium wechseln.
Die geänderten Rahmenbedingungen haben zum Ziel, dass der Anteil der Schüler, die einen studienqualifizierten Schulabschluss erhalten, erhöht wird. Jedem Schüler soll sein individuell am besten geeignetster Weg zum Abschluss ermöglicht werden.